SPD-Landtagskandidatin Annegret Lang im Gespräch mit Nicole Flaiz

Cut to Go geht nicht

Cut to Go geht nicht

Friseur*innen dürfen wegen der Coronapandemie seit dem 16. Dezember 2020 ihren Beruf nicht ausüben. Was dies für die Friseurmeisterin Nicole Flaiz bedeutet, hat SPD-Landtagskandidatin Annegret Lang in einem Gespräch auf ihrer Terrasse erfahren.

„Ich möchte vorwegnehmen, dass ich um die Gefahr durch das Coronavirus weiß. Ich sehe auch die Notwendigkeit der Coronamaßnahmen, aber die Situation der Friseure insgesamt ist sehr schlecht und darum möchte ich darauf aufmerksam machen“, betonte Nicole Flaiz zu Beginn.

Sie hat einen eigenen Friseursalon in Zillhausen und ist seit 26 Jahren selbständig. „Es ist ein kleiner Salon mit einem festen Kundenstamm“, berichtet Flaiz. Sie habe nur eine Angestellte, die halbtags beschäftigt sei. Sie verdiene keine Reichtümer, aber es sichere ihr als Frau die finanzielle Unabhängigkeit. „Das war mir immer wichtig.“

Friseure, so fährt Flaiz fort, haben kaum Möglichkeiten, Geld durch Abholen von Ware zu verdienen. „Wir müssen warten, ohne Perspektive, bis wir wieder arbeiten dürfen.“ Das zerre an den Nerven und nage am Ersparten. Kamen im Frühjahr im ersten Lockdown die Soforthilfe sehr rasch an, so gestalte sich die Auszahlung der Hilfen im zweiten Lockdown sehr kompliziert und verzögert, so Flaiz. Sie rechne frühestens im März mit einer Auszahlung. Ihre Mitarbeiterin sei in Kurzarbeit. Flaiz selbst erhalte noch keinen fiktiven Unternehmerlohn. Die Kosten für Sozialabgaben liefen aber weiter, so Flaiz.

„Niemand kann etwas für diese Pandemie. Wir müssen da gemeinsam durch. Doch zu Recht erwarten die selbständigen Friseur*innen, dass sie angemessen und vor allem zügig für die Folgen der Salonschließungen entschädigt werden“, pflichtete Annegret Lang ihrem Gast bei. Für die angestellten Friseurinnen fordere ver.di derzeit die Anhebung des Kurzarbeitergeldes auf mindestens 1200 Euro für Vollzeitbeschäftigte.

„Wir alle freuen uns darauf, wenn wir uns nach dem Lockdown wieder die Haare schneiden lassen können. Damit der gewohnte Salon auch noch da ist, muss die staatliche Hilfe schneller und unbürokratischer fließen. Sonst wird es haarig“, mahnte die SPD-Landtagskandidatin Annegret Lang abschließend.