SPD-Landtagskandidatin Annegret Lang im Gespräch mit dem ersten Bevollmächtigten der IG Metall Albstadt, Michael Föst.

„Kündigungsschutz ist nicht verhandelbar“

„Kündigungsschutz ist nicht verhandelbar“

Michael Föst, erster Bevollmächtigter (Geschäftsführer) der IG Metall für die Regionen Albstadt, Sigmaringen und Tuttlingen, hat SPD-Landtagskandidatin Annegret Lang auf ihrer Terrasse besucht.

„Ich freue mich, dass ein so erfahrener Gewerkschaftler mich über die aktuelle Tarifrunde informiert“, begrüßt Annegret Lang ihren Gast. „Zwei Gespräche haben in dieser Tarifrunde bisher stattgefunden, im Dezember und im Januar. Ein weiterer Termin wurde noch nicht festgelegt“, so Föst zum aktuellen Stand. „Die Friedenspflicht endet Anfang März.“

Die IG Metall fordert vier Prozent mehr Lohn. „Die letzte Lohnerhöhung gab es vor drei Jahren. 2019 konnten die Arbeitnehmer wählen zwischen einer Einmalzahlung oder zusätzlichen freien Tagen. Wobei viele Firmen die freien Tage verpflichtend eingeführt haben“, erklärt Föst die Forderung der Gewerkschaft. Zudem wolle die IG Metall Zukunftstarifverträge aushandeln, um die Transformation der Wirtschaft gestalten zu können. So könne man beispielsweise, um Zeiten mit geringerer Auslastung abzufedern, die 4-Tage-Woche mit teilweisem Lohnausgleich als neues Werkzeug einführen. Das könne neben Kurzarbeit und Arbeitszeitabsenkung helfen, Arbeitsplätze zu sichern, ist sich Föst sicher. Vielmehr könne die verkürzte Wochenarbeitszeit zur Qualifizierung genutzt werden. „Dafür gibt es sogar Bundesmittel über das Qualifizierungschancengesetz.“ Zudem bräuchten viele Prozesse durch die Digitalisierung deutlich weniger Zeit. „Diesen Gewinn an Zeit müssen die Arbeitgeber mit den Arbeitnehmern teilen. Es kann nicht sein, dass die Gewinne des Fortschritts allein den Arbeitgebern überlassen bleiben“, fordert der Gewerkschaftler.

„Die Arbeitgeberseite meint, die vier Prozent seien zu hoch, will aber den Kündigungsschutz für ältere Arbeitnehmer aufheben und Zuschläge bei Spätdienst und Nachtarbeit kürzen. Zudem will der neue Südwestmetall- Vorstand, Wilfried Porth, das Urlaubs- und Weihnachtsgeld abhängig vom Gewinn des Unternehmens zahlen“, fasst Föst die Forderungen der Arbeitgeberseite zusammen.

Für Michael Föst ist der Kündigungsschutz für ältere Arbeitnehmer nicht verhandelbar. Es sei aus Sicht der IG Metall ein wichtiger Schutz in der Transformation. Auch die Kürzungen bei den Zulagen für belastende Schichtarbeit ist für Föst indiskutabel.

„Die Positionen liegen sehr weit auseinander. Ich bin gespannt, wie die Verhandlungen weiter gehen. Die Arbeitsmarktsituation in unserer Region im Monat Januar ist stabil. Trotz Pandemie sind mehr Menschen in Arbeit als im Vorjahreszeitraum. In diesem Sinne: Glück auf für die weiteren Verhandlungen“, sagte Annegret Lang abschließend.